Die Trotzphase – Ist sie wirklich so schrecklich?

Trotzanfälle in der Trotzphase

Verzweifelt versuchte ich, mit ihm zu reden. Ich zeigte ihm Dinge, aber er schob einfach alles weg. Mein Gesicht wurde ganz rot, als ich versuchte, in der Nähe der Kleiderabteilung einen leeren Gang zu finden, um ihn einfach auszublenden. Aber es gab kein Entkommen und ich war kurz davor, selbst loszuheulen. Wie schaffe ich es, den Wutanfall meines 2-Jährigen mitten im Laden zu stoppen? Ich war mit meinen Ideen am Ende.

In diesem Artikel

  • Was sind die „Terrible Twos“?
  • Wie lange dauern die „Terrible Twos“?
  • Wie man mit den „Terrible Twos“ umgeht
  • Wie verhindere ich, dass mein 2-jähriges Kind ausrastet?
  • Wutanfälle vs. Trotz und Verhaltensauffälligkeiten

Was sind die "Terrible Twos" (trotziges Alter)?

Ich war in dem berühmt-berüchtigten Alter, das man die "Trotzphase" oder "schrecklichen Zwei" nennt.

Es ist diese Phase, von der so viele Mamas erzählen und sich dann mit einem wissenden Blick ansehen, so nach dem Motto: "Oh ja, diese Zeiten kenne ich auch noch gut."

Ungefähr mit 2 Jahren wird dein Kind anfangen, selbstständiger zu werden. Sie entwickeln ihre eigenen Meinungen und Vorlieben, aber auch Dinge, die sie nicht mögen. Das ist ein riesiger Entwicklungsschritt! Und genau in dieser Zeit kann es frustrierend für sie sein, wenn ihre Wünsche und Bedürfnisse nicht verstanden werden. Das liegt oft daran, dass sie noch nicht so gut sprechen können, ihre Feinmotorik noch nicht so ausgereift ist und sie noch nicht so geduldig sind.

Es kann eine schwierige Zeit für Eltern sein, aber ich verspreche dir, du bist nicht allein.

Manchmal wirst du merken, dass dein Kind plötzlich und ohne Grund weint. Oder dass es sich bei Dingen querstellt, bei denen es das sonst nie getan hat, und alles nur auf seine eigene Art machen will. Es kann auch sein, dass Übergänge länger dauern, zum Beispiel wenn die Spielzeit oder eine Aktivität vorbei ist.

Wie lange dauern die Trotzphase ("Schrecklichen Zwei")?

Es gibt keinen klar definierten Anfang und kein Endeder Trotzphase. Sie beginnt etwa mit dem zweiten Geburtstag und kann bis ins frühe dritte Lebensjahr andauern.

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass jedes meiner Kinder anders war. Mein Sohn hat schon früh mit 2 Jahren angefangen, während meine Töchter eher gegen Ende 2 und mit 3 Jahren dran waren. Und die "Terrible Twos" meiner Tochter kamen mit einer ordentlichen Portion frecher Attitüde!

Für mich war aber viel wichtiger, wie lange diese Ausbrüche dauern würden. Wie ich sie weniger häufig machen und wie ich mit ihnen umgehen konnte.

Trotzphase meistern: Tipps und Tricks

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Wenn dein Kind in die "Terrible Twos" kommt, wirst du wahrscheinlich merken, dass es öfter mal seinen eigenen Kopf hat. Das kann sich bei der Kleidung zeigen, beim Essen oder auch beim Spielen.

Zunächst einmal solltest du wissen, dass die Phasen, in denen dein Kind sich auflehnt, nur kurz sind. Wutanfälle können zwischen 5 und 20 Minuten dauern. Diese Ausbrüche können in nicht so perfekten Momenten im Alltag auftreten. Aber es gibt Unterschiede zwischenWutanfällen und Zusammenbrüchen.

Wenn diese Momente kommen, versuche bitte, dein Kind nicht anzuschreien oder zu bestrafen. Versuche stattdessen, zuerst ihre Frustration zu verstehen. Und atme tief durch. Ich wiederhole: Atme tief durch! Du willst ja ruhig bleiben.

Kinder sind noch zu klein, um mit ihren Gefühlen und ihrem Frust alleine klarzukommen. Deswegen müssen wir als Eltern ihnen die Möglichkeit geben, diese Gefühle zu verarbeiten.

Leichter gesagt als getan. Ich weiß ja, was du denkst. "Seine Gefühle verarbeiten?" Ich stand mitten im Supermarkt und wollte einkaufen, als mein Sohn völlig ausgerastet ist.

Aber denk mal darüber nach: Sogar wir Erwachsene suchen manchmal nach den richtigen Worten. Und dann sind wir frustriert, wenn es uns so schwerfällt.

Frag dein Kind, was los ist. Vielleicht kannst du es beruhigen, wenn es sich verstanden fühlt.

Biete tröstende Spielsachen oder Dinge an, die dein Kind interessieren. Aber wenn der Wutanfall mit Süßigkeiten oder einem Spielzeug zu tun hat, das du deinem Kind nicht geben möchtest, bleib standhaft.

Gib ihnen den Gegenstand nicht widerwillig. Deine Regel ist deine Regel. Wenn du einknickst und nachgibst, könntest du ein Muster fördern. Das Muster wäre dann: "Wenn ich weine und schreie, wenn ich nicht bekomme, was ich will, dann ist das, was ich tun muss."

Wenn ihr unterwegs seid, so wie ich letztens, versucht so schnell wie möglich, euch an einen ruhigeren Ort zu begeben, wo ihr euer Kind beruhigen könnt und vermeidet, selbst frustriert zu werden. Eure Frustration wird die Situation nur noch schlimmer machen. Und das wollen wir ja nicht.

Wie kann ich verhindern, dass mein 2-jähriges Kind völlig ausrastet?

Teaching Patience to a Child

Über die 19 Jahre, in denen ich Mama bin, habe ich ein paar tolle Tricks gelernt.

Erstens, haltet euch an Routinen:Gerade kleine Kinder brauchen ihren Schlaf. Legt eine Schlafenszeit fest und haltet die gleichen Zeiten für Nickerchen ein. Es ist gut möglich, dass ein Wutanfall eine Folge von Müdigkeit oder Hunger ist. Kinder lieben Routinen und auch ihr als Eltern profitiert davon. Wenn Kinder wissen, was sie erwartet, fühlen sie sich weniger unsicher. Routinen bedeuten, dass ihr vorausplanen und Dinge erledigen könnt, während die Kinder schlafen.

Niemals ohne Snacks verreisen:Ich meine, das ist ein einfacher Trick, Kinder lieben Snacks und sie können Lebensretter sein. Kinder sind wie ein Fass ohne Boden. Snacks sind eine tolle Möglichkeit, Kinder beim Einkaufen und Erledigen von Besorgungen abzulenken.

Dinge früher erledigen:Kinder haben morgens am meisten Energie und sind im Allgemeinen besser drauf. Unsere Familienzahnärztin hat mir sogar erzählt, dass sie alle Kinder unter 5 Jahren absichtlich vor Mittag einbestellen. Sie sagte, dass die Kinder dann am kooperativsten seien und man so den Mittagstief vermeide.

Spielsachen mitbringenoder Spielzeuge, mit denen sich Kinder auch unterwegs beschäftigen können. Sie können als Ablenkung dienen, wenn Sie mal länger als gewöhnlich warten müssen. Scheuen Sie sich auch nicht, Ihr Handy oder Tablet herauszuholen, wenn es sein muss. Achten Sie nur auf die Nutzungsdauer und die Inhalte.

Ich mag es, Lern-Apps wie Speech Blubs zu nutzen, anstatt immer nur Filme oder Serien zu schauen.

Wutanfälle vs. Trotz und Verhaltensauffälligkeiten

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Bei meinem ältesten Kind war es in dem Alter mehr Kampf als bei den beiden Jüngeren, aber ein deutliches Zeichen war, als es häufiger wurde und ihr Verhalten sich mehrmals täglich zeigte. Sie war oft trotziger als dass sie "nur" einen Wutanfall hatte.

Ich wusste den Unterschied nicht, als sie ein Einzelkind war. Aber dann fingen ihre Lehrer an, sich Sorgen wegen ihres Verhaltens in der Schule zu machen.

Später wurde festgestellt, dass meine TochterADHS, oppositionelles Verhalten,Angstzuständeund Depressionen hatte.

Wenn du dir Sorgen um dein Kind machst, hol dir bitte Hilfe und sprich mit deinem Arzt darüber.

Worauf du achten kannst:

  • Häufigere und länger anhaltende Wutanfälle
  • Aggressives Verhalten
  • Rückzug
  • Selbstverletzung
  • Beißen, andere schlagen
  • Zurückschreien und Wut

Sprecht zuerst mit eurem Kinderarzt, und sucht dann gegebenenfalls weitere Fachleute wie Beratungsstellen, Therapeuten oder Psychologen auf. Wenn ihr Probleme frühzeitig angeht, hilft das auf lange Sicht nur.

Lasst dein Kind und auch euch selbst die Situation erstmal verarbeiten. Wutanfälle können plötzlich auftreten. Hilf deinem Kind, mit der Frustration umzugehen.

Alle Eltern machen diese Phase durch. Und es ist wichtig zu verstehen, dass es kein Ergebnis schlechter Erziehung ist. Trotzanfälle sind normal.

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